WSET 4 geht in eine neue Runde. Wusstet ihr das? Alles zum neuen Konzept, was auf die Interessenten zukommt und was überhaupt dieses WSET ist, lest ihr im Folgenden.

English Version: Here!

WSET – Was ist das?

Man hat es vielleicht hier und da schon einmal gehört – WSET. Ob beim örtlichen Fachhändler oder in der Weinbar des Vertrauens. WSET steht für Wine & Spirits Education Trust und ist eine international anerkannte Lehreinrichtung, die sich wie der Name schon vermuten lässt mit der Lehre Wein- und Spiritsbezogener Themen beschäftigt. Der Hauptsitz befindet sich in einer meiner Lieblingsstädte, gerade wenn es um Wein geht, in London, wo der WSET 1969 auch gegründet wurde.

Hier können Interessierte nach absolvieren eines Kurses und bestandener Prüfung eine entsprechende Qualifikationen erlangen. Diese sind in verschiedenen Levels unterteilt. Sie reichen von Level 1 bis Level 4, bauen logischerweise aufeinander auf und haben dementsprechend einen ansteigenden Schwierigkeitsgrad. Die weit verbreitete Meinung, dass WSET nur für Profis und branchenverbundene Menschen relevant ist, kann ich so nicht unterzeichnen. Klar, arbeitest du in der Branche, ob Handel oder am Gast, kommst du um die ein oder andere Qualifikation nicht herum. Doch auch private Liebhaber und Interessierte belegen die WSET Kurse, um ihr Verständnis für Wein und Spirituosen, je nach Level, auszuweiten und zu vertiefen. Wissen hat schließlich noch niemandem geschadet.

Dip WSET Level 4

Das Dip WSET Level 4 ist in der Reihe dieser Awards das klar anspruchsvollste und bekommt in 2018 ein Face-Lift. Das Bestehen ist übrigens Voraussetzung, um die Zulassung zum Master of Wine zu beantragen.

Angeboten wird das „New Diploma“ in Koblenz, wo auch meine liebe Katrin Friederichs mitunterrichtet, und ist mit Partnern wie dem Land Rheinland-Pfalz, dem Campus Neustadt, der Deutschen Wein- und Sommelierschule und selbstverständlich dem WSET, entsprechend stark für dieses Programm aufgestellt. Die Voraussetzung zur Zulassung ist zum einen das Mindestalter für den Konsum von Alkohol und der Award in WSET Level 3.

WSET 4 ist bisher und noch bis Mitte 2019 in sechs unterschiedliche Units aufgeteilt. Diese werden nochmals in „Vorbereitende Units“ – 1. Der globale Markt & 2. Weinproduktion – und „Produktwissen-Units“ – 3. Stillweine der Welt; 4. Spirituosen der Welt; 5. Schaumweine der Welt; 6. Likörweine der Welt – unterteilt. Nach erfolgreichem Bestehen der Prüfung erhält man den “roten Pin”, der die Qualifikation des WSET 4 Awards bestätigt. Das Ganze geht in deutscher Sprache von statten. Soweit so gut.

Änderungen ab 06/2019 im New Diploma

Ab Mitte 2019 läuft es ein wenig anders. Zwar gibt es weiterhin sechs Units, diese setzen sich jedoch anders zusammen und – und das ist der Clou – werden erstmalig in Deutschland auch auf Englisch angeboten. Dazu später mehr.
Im New Diploma geht es zunächst in D1 Weinproduktion und D2 Weingeschäft an die Basis des Ganzen.
Die bestandene Prüfung, bestehend aus kurzen, offenen Fragen und berechtigt zur Fortführung der Prüfungen in D3 bis D6. In D3 Weine der Welt wird an zwei Tagen das Wissen sowohl schriftlich als auch durch das Verkosten Geprüft. In D4 Schaumweine und D5 Likörweine werden die schriftliche Prüfung und die Verkostung kombiniert, bis es in D6 Hausaufgabe schließlich zur Hausarbeit über 3000 Wörter geht.

Das waren die Fakten. Kommen wir zum für mich und wohl auch für jeden Interessierten relevantesten Thema: die Sprache.
Wie bereits erwähnt, wurde WSET Level 4 bisher in Deutsch abgehalten und die Prüfungen ebenfalls auf Deutsch absolviert. Das hat sich mit dem New Diploma grundlegend geändert. Der Kurs als solcher wird bilingual sein und sowohl deutsche als auch englische Anteile haben. Die Prüfungen, der früheste Termin dafür wird im Spätsommer/Herbst 2019 sein, müssen nun gänzlich auf Englisch absolviert werden.

Bilingualität für Internationalität

Ehrlich gesagt war ich überrascht, dass dies eine der grundlegenden Neuerungen sein soll. Warum? Ganz einfach. Wein ist ein internationales Thema. Da gibt es unterschiedliche Rebsorten, abhängig von Land und Region verschiedene Klimata, aber auch andere Marktsituationen und –gegebenheiten. Davon abgesehen, wo reicht heute noch nur Deutsch?
Deswegen finde ich den Schritt zum bilingualen Kurs mit vollständig englischen Prüfungen nicht nur sinnvoll, sondern sogar wichtig und enormen Mehrwert stiftend. Und dieser Mehrwert liegt nicht darin, dass sich im Londoner Headquarter die Übersetzungskosten für Level 4 einsparen lassen.

Da das New Diploma alles andere als ein Zuckerschlecken ist und dem Prüfling in allen Units sowie den Prüfungen alles abverlangen wird, was ihm an Weinverstand zur Verfügung steht, kann die neue Bilingualität und die englischen Prüfungen ein weiterer Stressfaktor für den Prüfling sein. Selbst für fließend Englisch sprechende und schreibende „Weinmenschen“ können die komplett in englisch abgehaltenen Prüfungen ebenfalls zusätzlichen Aufwand bedeuten.

Angst vor Englisch? Es wird supportet!

Das ist dem WSET vollkommen klar. Damit das Ganze möglichst häufig ohne einen niedergeschlagenen Prüfling von statten geht, wird hier natürlich unter die Arme gegriffen. In Form von Workshops und Seminaren, differenzierten Hilfestellungen sowohl während des Kurses, als auch in direkter Vorbereitung für die Prüfungen. Hierfür werden den Teilnehmern eine ganze Reihe an Netzwerken zur Verfügung gestellt – die Diploma Study Guides, wissenschaftliche Skripte vom Weincampus Neustadt, Zugang zu diversen Bibliotheken und die Schreibtwerkstatt für das Diploma, die sich explizit mit dem Beantworten der offenen Fragen und dem Anfertigen der Hausarbeit beschäftigt.
Auch über die verschiedenen Lernmaterialien hinaus legt man Wert auf eine bestmögliche Vorbereitung. So geht es nicht nur an die Materialien, sondern auch an die Herangehensweise, wie man das New Diploma durchzieht. Vom richtigen Einteilen der Zeit bis hin zu den verschiedenen Techniken, sich alles nicht nur für das Kurzzeitgedächtnis einzuprägen. Tatsächlich finde ich die Lernstrategien und Techniken sehr spannend, da es irgendwie – zumindest geht es mir so – sehr schnell geht zu vergessen wie man richtig lernt. Gerade während meines Studiums habe ich das schmerzlich merken dürfen. Erschwerend hinzu kam dabei noch die besondere Liebe für den Wein, und dass der Drang, eher etwas über beispielsweise das Rioja zu lernen als irgendwelchen Statistik-Quark – den ich nie wieder brauchen werde – definitiv die Potenz X hatte.

Dip WSET 4? Wer kann, der sollte!

Wäre ich schon durch mit WSET Level 3 – ja, die Unterlagen zu Level 3 liegen gerade vor mir und es geht los – wäre das New Diploma definitiv „the way to go“ für mich. Das Gerüst des Diplomas ist sehr durchdacht, unterstützt an den richtigen Stellen und führt den WSET 3ler sehr kompetent auf das neue Level. Spannend und der relevanteste Fakt für das New Diploma ist tatsächlich der bilinguale Kurs und die auf englisch abgehaltenen Prüfungen. Sicher würde es mir mehr Aufwand bereiten, doch wenn man auf diesem Level unterwegs ist, alles auf Englisch beherrscht, ist man für den professionellen, internationalen Austausch gewappnet und kann sicher und vorbereitet in die Weinwelt hinaus. Ob im Handel, der Gastro oder im Journalismus. Und ich glaube, dass jeder der das New Diploma machen möchte, von der Bilingualität profitieren wird. Auch dann, wenn er in Deutschland arbeitet und unterwegs ist. Spätestens beim nächsten Trip in eine ausländische Weinregion, bei dem neue Weine ins Portfolio oder in die Weinkarte aufgenommen werden sollen, weiß man, dass man alles richtig gemacht hat.

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Author

Björn Bittner ist der Gründer von BJR Le Bouquet. Im Magazin beschäftigt er sich mit den Themen Premium-Kulinarik, Luxus und Lifestyle. Bon Vivant!

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