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SOMM vs. BLOGGER – The Last Battle

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Zugegeben, vielleicht ist der Titel ein klein wenig überspitzt. Aber beim Brainstorming zum Artikel wurde dieser immer unausweichlicher. Der Grund dafür, es ist vorbei mit Jannick Simon vs Björn Bittner. Nein, keine Sorge die Eventreihe wird weitergehen, aber dazu später.

Seit einem halben Jahr ließen wir im neuen Weinrestaurant des Steigenberger Grandhotel Petersberg kein gutes Haar aneinander. Wir bekriegten uns, teils in hysterischem Ton und machten uns über die stets unterirdische Weinauswahl des Gegenüber lustig. So wie es sich gehört eben.

Meine ehemalige Deutschlehrerin Frau Wittgen – liebe Grüße an dieser Stelle – wäre nach der Einleitung sicher froh, dass ich des Einsatzes rhetorischer Mittel mächtig bin.

SOMM vs. BLOGGER – Runde Sache

Natürlich haben wir uns ganz zivilisiert und vinophil am und auch mit dem Gast auseinandergesetzt. Und darüber hinaus haben wir uns noch wirklich gut verstanden. Tatsächlich hat mich, und macht es auch immer noch, das neue Konzept SOMM vs BLOGGER im Steigenberger sehr happy gemacht. Zum einen ist es mein erster so naher Kontakt mit dem „Gast“ – ohne da Ambitionen für mehr zu haben – zum anderen ist es spannend die unterschiedlichen Herangehensweisen bei der Weinauswahl und Argumentation von Sommelier und Blogger zu sehen und zu hören.

In der Konstellation mit Jannick war es leider das in dieser Form letzte Event. Er hat beschlossen sich zu verändern und gab mit dem November-Event seinen Ausstand im Hause Steigenberger.
Zum Thema „Rot, rot, rot, sind alle meine Weine“ widmeten wir uns – wer hätte es gedacht – passend zu den herbstlichen Temperaturen den vermeintlich passenden Weinen für die kalte Jahreszeit.

Nach dem mittlerweile bewährten und etablierten 4-Gänge – 8 Weine blind ins Glas Prinzip kamen nur Weine aus blauen Weintrauben ins Glas.

Dass dies ein mehr als einen Abend füllendes Programm darstellt ist klar, dennoch wollten wir auch zu diesem Thema eine möglichst breite Auswahl verschiedener Typen des Rotweins aufzeigen. 

The Last Vorspeise

So gab es zum Start zunächst zwei Rosés, die beide aus ausschließlich blauen Trauben vinifiziert wurden und somit das Thema trafen. Tavel meets Côtes de Provence zum allzeit kritischen Tomatengang mit Burrata und einigem an Kräutern. Die Provence kam unaufdringlich und fein, der Tavel dagegen eher expressiv und laut daher, das kam besser an. 1:0 für den SOMM.

The Last Zwischengang

Zum Rehrücken mit Kirsche, Sellerie und Rouenaiser Soße wurde es dann natürlich rot. Auch für mich als nicht Wild-Fan übrigens ein super Gang. Jannick packte dazu einen 2017er Blaufränkisch von Claus Preisinger aus. Er war enorm auf der reifen Fruchtseite, etwas süß und dicht. Für mich ein toller Wein, auch in Kombination mit der Kirsche sehr treffend.

Meine Wahl fiel auf den 2014er Wunderwerk aus dem Hause Dreissigacker, den der liebe Jochen für unsere Gäste bereitstellte. Der Spätburgunder nahm eine sehr schöne Entwicklung im Glas, die Gäste taten sich schwer ihn blind zuzuordnen. Sicher waren sie sich aber, dass er zumWild besser passt. 1:1 Zwischenstand.

The Last Hauptgang

Der Hauptgang war fantastisch. Ein wunderbares Rinderfilet mit einem Trio von Steinpilzen – gegrillt, frittiert und als Püree. Im Gegensatz zu unseren ersten Events, war Jannick diesmal auf der experimentelleren, ich auf der klassischeren Seite der Pairings unterwegs. So zückte er einen noch ungebändigten, reinsortigen Petit Verdot aus Süditalien, ich einen klassischen, old-style Rioja Reserva von La Rioja Alta. Kraft trifft Eleganz. Ruppig trifft schmeichelnd. Und der Schmeichler, der Rioja, überzeugte zum Rind. 2:1 für den Blogger.

Nebenbei bemerkt konnte ich feststellen, dass sich der Rioja im letzten halben Jahr, seitdem ich ihn bei einem ProWein-Event das erste Mal angeboten habe, enorm entwickelt hat und herangewachsen, rund geworden ist.

Krönender Abschluss

Für den Abschluss wurde es dann nochmal ausgefallen. Zur Aprikosen-Gâteau mit Passionsfruchteis und Schokolade kamen zwei komplett unterschiedliche Weine ins Glas. Jannick zückte einen Sparkling Shiraz aus Australien, dessen Bubbles sich recht schnell verflüchtigten. Ich setzte auf einen Süßwein von der Primitivo-Traube, der solo im Glas einfach viel zu viel war und klar gegen den frischeren Shiraz verlor. In Kombination und über die Zeit des Gangs verlor der Shiraz leider etwas an Substanz. Der Primitivo blieb zu üppig und süß, drehte sich in Kombination mit dem Dessert jedoch um 180° und machte mit der Säure der Passionsfrucht und besonders dem Schokotopping der Tarte eine sehr gute Figur. Der Grund, weshalb er sich final durchsetzen konnte. Wenn auch knapp. Bei keinem anderen Gang ging es so hin und her, wurde das Statement für das bessere Pairing öfter revidiert. Aber trotzdem, insgesamt 3:1 Endstand für den Blogger.

Im Endeffekt spielt dieser aber keine wirkliche Rolle, zumindest nicht für uns beide. Gefreut haben sich aber die drei Gäste, die jeweils das richtige Ergebnis getippt hatten und nun eine Flasche Champagner ihr eigen nennen durften.

Tatsächlich gingen alle übrigen Aufeinandertreffen bisher unentschieden aus, was meiner Meinung nach das charmanteste Resultat ist. Diese letzte Ausgabe leider nicht, schade. Aber that’s Wine.

Vielen Dank, lieber Jannick für spannende Stunden im Ferdinand. Keep wining! 

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Björn Bittner ist der Gründer von Bjr Le Bouquet. Seine Artikel beschäftigen sich mit den Themen Wein, Essen und Reisen. Ob Verkostungsnotiz, Restaurant-Bericht oder Einblicke in die letzte Weinreise - hier findet ihr alles was Björn bewegt.

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