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SOMM vs. BLOGGER – BBQ & Wein im Steigenberger Petersberg

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Sommer, Sonne und der Grill ist an – das schreit nach Wein, oder? Genau so war es geplant. Die Kohlen glühen auf der Terrasse des Steigenberger Grandhotel Petersberg in Königswinter und machen hungrig auf die neuste Ausgabe von SOMM vs. BLOGGER. Im besten Fall spielt natürlich auch das Wetter mit, damit wir mitsamt unseren 30 Gästen an diesem Freitagabend auf der Terrasse sitzen, BBQ, Wein und den Blick über Königswinter genießen können. Enormer Wind mit Sturmböen machten unseren Plan leider zunichte. So grillte Josh vom Goldhorn Beefclub, der extra aus Berlin eingeflogen wurde, bei stark erschwerten Bedingungen auf der Terrasse und servierte uns seine BBQ-Kompositionen im Ferdinands Weinrestaurant. Sonst blieb es natürlich beim bewährten Konzept – 4 Gänge, 8 Weine und los ging das blinde Verkosten.

Getreu dem Motto BBQ kamen von jedem der vier Gänge einige Komponenten frisch vom Rost. Ob geräucherter Lachs, Beef, Spargel oder Bacon. Für die Interessierten unter euch: Natürlich hatte Josh sein eigenes Equipment mitgebracht. Darunter sein Holzkohlemonster, das im Peak auf 800 Grad Temperatur kam und beispielsweise das Fleisch nur wenige Sekunden küssen durfte. Sonst hätte es wohl recht starken Sonnenbrand gegeben! Das Menü gibt es wie gewohnt unten vor den Impressionen.

1. Gang: Suppe und Wein?!

Eine immer wieder tragische, anspruchsvolle und fordernde Nummer in Sachen Wine-Food-Pairing. Warum? Suppe und Wein, flüssig mit flüssig. Wenn die Struktur und Textur schon schwierig ist, muss man alles auf das Aromenspektrum setzen. Zur kalten Gurkensuppe mit gegrilltem Bacon ging die Auswahl direkt recht weit auseinander. Der Somm entschied sich hier, zugegebenermaßen eine gute Idee, für einen Silvaner. Dieser kam jedoch mit etwas zu viel Restzucker daher. Auf der anderen Seite zückte ich einen Blanc de Blancs Cremant von der Loire, trocken, aus Chenin Blanc und Chardonnay vinifiziert. Keine schlechte Idee wie ich fand und auch heute noch finde. Die Gäste waren sich ziemlich unschlüssig und so gab es erstmalig ein unentschieden bei gleichvielen Stimmen für beide Weine. 1:1 oder 0:0. Wie ihr wollt.

2. Gang: Geräucherter Lachs – nur, wie stark geräuchert?

Einen super leckeren Gang schickte Josh hier als Zwischengang. Im Vorfeld hat er einige Lachsseiten auf Holz auf dem Holzkohlegrill geräuchert. Bevor dieser auf einem Bett von Avocado angerichtet und schließlich serviert wurde, präsentierte er den frisch aus dem Ofen geholten Lachs, dessen Räucheraromatik sofort den Raum ausfüllte und die Mägen knurren lies. Und genau diese Räucheraromatik kann zum Casus knacksus werden, denn: wie stark ist der Lachs geräuchert? Was macht er mit der Avocado? Überlagert er sie mit den Aromen von Fisch und Zedernholz? Als ich den Lachs im Ganzen sah, dachte ich ja. Auf dem Avocadosalat war es dann sehr moderat, die Avocado hat das wunderbar gepuffert. Und weintechnisch? Für mich musste der Wein zumindest einmal Holz gesehen haben, weswegen ich mich für einen frischen, sehr auf der mineralischen Seite gelagerten Saint Veran aus dem Maconnais entschieden habe. Klar, präzise, und für mich ein wirklich wunderbarer Begleiter für den Gang. Bis jetzt ist mir unklar, warum ich diesen Wein verloren habe. Zwar war die 2015er Hölle von Thörle aus der Doppelmagnum ein lecker Dröpke und solo sehr trinkig, in Kombination mit Lachs und Avocado aber nicht auf der Höhe. So what – der Gast entscheidet. 2:1 für den Somm.

3. Gang: Ohne Beef geht nicht!

Egal ob im Steigenberger mit Blick auf den Rhein, im heimischen Garten oder auf dem Balkon – kein BBQ ohne Beef. Zumindest gilt das für die Carnivore unter uns.

Josh hatte eine ganze Charge aus 30 Black Angus Filets vorbereitet, die sich auf dem 800 Grad Grill ihre perfekte Darreichungsform abholen sollten. Gerade einmal drei Sekunden werden die rund vier bis fünf cm dicken Filets auf dem Rost scharf angebraten, dann sofort vom Rost genommen. Längere Zeit bei dieser Temperatur würde das Fleisch schlicht und einfach verbrennen lassen. Zum Black Angus gibt es gegrillten grünen Spargel – Spargel vom Grill kann generell richtig viel! – Grilltomaten und last but never least, Kartoffelstampf mit einem nicht unbeträchtlichen Anteil an geraspeltem Trüffel. Alles ist besser mit Trüffel. Immer. Zwar muss ich sagen, dass sich hier eine restsüße Spätlese vom Riesling geradezu aufdrängt – was gibt es geileres als restsüßen Riesling zu scharf angebratenem Beef?! Wenig. Wir blieben jedoch beide konservativ, wenn auch auf unterschiedliche Art und Weise. Es kam zweimal Rot ins Glas. Im linken Glas machte sich ein recht dominanter und präsenter Geruch nach Wildbret, nassem Waldboden und etwas Pferdestall breit. Rechts dagegen eine saftige rote Frucht, feine Würze – ein wirklicher Strahlemann. Es trafen Bordeaux und die Rhone aufeinander. Zum einen eine vom Kölner Weinkeller importierte, irrsinnig runde, harmonische und trinkige Cuvee von 90% Merlot und 10% Malbec, zum anderen 100% Syrah von Chapoutier. Der Bordeaux war sofort da, der Chapoutier öffnete sich nach und nach, legte auch etwas von seinen animalischen Aromen ab. Das und die Tatsache, dass das Animalische durch das Fleisch ein wenig gepuffert wurde, führte zu einem erneuten Unentschieden. Spannend: Anfangs bzw. solo waren über 90% beim Bordeaux, erst in Verbindung mit dem Fleischgang konnte sich der Syrah akklimatisieren und dazugewinnen. 3:2 für den Somm.

4. Gang: Alles Banane, oder was?!

Da die Prämisse für das Thema „BBQ & Wein“ war, dass in jedem servierten Gang etwas vom Grill kommt, musste sich in diesem Fall auch die ein oder andere Banane ordentlicher Unterhitze aussetzen. Josh gönnte also zunächst jeder Banane kurze Zeit auf dem Rost. Anschließend wurde die innen nun warme und weiche Banane längs aufgeschnitten und mit einem erfrischend cremig-fruchtigen Topping ausgestattet. Was macht man dazu an Wein? Somm Johnen entschied sich für eine Riesling Spätlese aus dem Hause Pieper, die nur wenige Meter vom Steigenberger wächst und auf die Flasche gebracht wird. Ich warf einfach mal sämtliche Pairing-Ideen über den Haufen und servierte etwas Rotes aus dem Piemont. Kalt serviert, voller Frucht, feine Perlage, wenig Alkohol – gerade einmal 5,5% – machen ihn zum perfekten Sommerwein und Dessertbegleiter. Die frische, fruchtige Art dieses von der roten Brachetto-Traube stammenden Tropfen aus dem Hause Braida di Giacomo Bologna schlug gut ein und funktionierte tatsächlich auch sehr gut zum Dessert. Den Gang konnte ich mir abschließend sichern und zum Unentschieden aufschließen. 2:2.

Da der Sommer ja noch einige sonnige Tage vor sich hat, möchte ich keine weitere BBQ-Runde von SOMM vs. BLOGGER ausschließen. Doch bis dahin machen wir eine kurze Sommerpause. Es steht das Grand-Opening des Steigenberger Grandhotel Petersberg an, dem wir alle bereits entgegenfiebern.

Die nächsten Termine:

23.08.2019 – „Rund ums Mittelmeer“ / Steigenberger Grandhotel Petersberg
12.09.2019 – „David oder Goliath?“ / Steigenberger Grandhotel Petersberg
11.10.2019 – „Was würde Adenauer trinken?“ / Steigenberger Grandhotel Petersberg
08.11.2019 – „Big Bottle 2.0“ / Steigenberger Grandhotel Petersberg
06.12.2019 – „Nikolaus Special“ / Steigenberger Grandhotel Petersberg


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Björn Bittner ist der Gründer von Bjr Le Bouquet. Seine Artikel beschäftigen sich mit den Themen Wein, Essen und Reisen. Ob Verkostungsnotiz, Restaurant-Bericht oder Einblicke in die letzte Weinreise - hier findet ihr alles was Björn bewegt.

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