Als mittlerweile feste Institution auf dem Petersberg werden bei SOMM vs BLOGGER monatlich eine ganze Reihe Weine verkostet – solo, zum Essen und zur Laune. Der Sommelier sucht sich die für ihn passenden Weine zum 4-Gang Menü aus, wie auch ich.

Nachdem wir uns Anfang des Jahres die Weine und Themen der bis dahin „ausgetrunkenen“ Events anschauten, fiel uns eines auf: Wir hatten viel Deutschland drin – das ist löblich. Auch Spanien, Italien und Frankreich waren gut repräsentiert – was mich auch freut, da ich für alle diese Länder eine große vinophile und kulinarische Liebschaft hege.

Eine „Region“ ist seit dem Beginn unserer Eventreihe auf dem Petersberg im Spätsommer letzten Jahres, jedoch fast schon chronisch unterrepräsentiert. Wobei dies weniger eine Region ist, als ein Begriff, der für unzählige großartige Weine, Winzer, Terroirs und Regionen steht.

Die Neue Welt.

Reden wir von der Neuen Welt, reden wir von Weinen aus Australien, Südafrika, Chile, Argentinien oder auch dem Napa Valley in Kalifornien und noch zahlreichen weiteren. Die Weine stehen den Weinen der alten Welt oft in Nichts nach und sind blind oft kaum voneinander zu unterscheiden – woran das liegt? Klima und Terroir stimmen, die Winzer wissen was sie tun und die Rebsorten kommen uns doch irgendwie bekannt vor. Napa Cab beispielsweise, umgangsprachlich für Cabernet Sauvignon aus Napa Valley. Natürlich ist dies der gleiche Cabernet Sauvignon wie der, mit dem Winzer im Bordeaux diese bekannten Weine auf die Flasche bringen – oder die Italiener ihre Supertoskaner. Genauso ist der Riesling, der in Kanada zur Bereitung von Eiswein genutzt wird der gleiche, mit dem wir hier in Deutschland geniale Weine auf die Flasche bringen und auch schon knackige, trockene und restsüße Exemplare im Steigenberger Grandhotel Petersberg serviert haben.

Deshalb, finden wir, kann man auch gut und gerne mal einen ganzen Abend den Weinen der Neuen Welt widmen und das Menü mit diesem besagten Stoff begleiten.

Das Motto also: Alte Rebe – Neue Welt. Kurz: Alles, was bei uns so wächst, nur eben nicht aus Europa.

Bevor es an die Weine geht, eine kleine Verlautbarung. In der Küche des Steigenberger Grandhotel Petersberg hat sich etwas verändert – und somit auch auf den Tellern, die aus eben dieser geschickt werden. Zum ersten Mal bei SOMM vs BLOGGER und somit ganz frisch, kommen Rezepte und Gerichte aus der Hand von Sternekoch Anthony Sarpong, der nun die Küchenleitung des Hauses inne hat. Anthony führt neben seiner Kochschule in Meerbusch auch ein besterntes Restaurant dort und bringt mit seinem Team nun frischen Wind in die Küche auf dem Petersberg.

Laden und schießen! – 1. Gang

Bis kurz vor dem Event wissen wir nicht, was der andere so an Weinen ausgesucht hat. So kommt es nicht selten vor, dass wir auch mal recht nahe beieinander liegen mit unseren Picks. Aber eben auch mal ganz weit weg vom anderen. Diese Runde starteten wir beide mit der gleichen Rebsorte – Viognier. Die weiße Rebe von der nördlichen Rhone ist unheimlich spannend und bringt dort hochwertige Weiße hervor. Der Somm startete mit einem kalifornischen Viognier aus dem Hause Gnarly Head – eigentlich eingefleischter Zinfandel Produzent in Lodi. Ich hingegen ging nach Australien, genauer gesagt Victoria in South Australia, einer Region die nur so vor Diversität sprüht. Mit im Boot des Mathilda von Tournon sitzt kein geringerer als Chapoutier, der entsprechendes Viognier Know-How von der Rhone mitbringt. Beide Weine brauchen einen Moment im Glas, um sich voll zu zeigen. Vielleicht eine Spur üppiger präsentiert sich der Australier und muss sich in dieser Runde leider geschlagen geben. Für mich solo der Gnarly Head angenehmer, zum Essen der Tournon. 1:0 für den Somm.

Großes, weißes Kino – 2. Gang

„Puh, das ist brutal“. Das waren die Worte vom Somm, als dieser meinen zweiten Wein vor dem Ausschenken probiert. Ich muss grinsen und freue mich, habe ich tatsächlich ein echtes Brett mitgebracht. Wir blieben beide weiß. So zückt der Somm einen Südafrikaner aus Stellenbosch aus einer der klassischen, ursprünglich an der Loire beheimateten Rebsorte – Chenin Blanc. Dagegen stelle ich ebenfalls Südafrika, in meinem Fall jedoch aus Swartland, rund 40km nördlich von Kapstadt. Dort wachsen auf Gesteins-, Quarzit- und Schieferböden alte Reben von Chenin Blanc, Clairette Blanche, Grenache Blanc und Semillon. Vinifiziert wird das Ganze von Andrea und Chris Mullineux. Und Jesus Maria, was ein geiler Wein. Wunderbar reife Frucht, etwas Biskuit und ein leichter Stinker, der aber super angenehm daherkommt. Am Gaumen eine unglaubliche Spannung, ein Druck, eine Konzentration die ihresgleichen sucht, ohne auch nur irgendwo zu üppig dazustehen. Sehr komplex, Nüsse, Apfel, Gewürze, etwas exotische Frucht, unterlegt von einer knackigen Frische. Wirklich ein Brett. Kaufen! Und er gewinnt klar. Zwischenstand 1:1.

Beef und Rot? Yes! – 3. Gang

Zum Fleisch, genauer gesagt zum Rinderfilet wurde es dann rot. Zwar hätte man das Fleisch auch mit einem Weißen begleiten können, aber wir wollten den Gästen ja auch noch etwas Rotes präsentieren. Wie so oft, waren wir blind und unabhängig voneinander doch wieder recht nah beieinander. So trafen wir uns in Südamerika, auf beiden Seiten der Anden. Somm Johnen zog es auf die östliche Seite der Anden, die Reben nach Osten ausgerichtet – Malbec Reben. Das Ganze aus 2017 und so steht der Malbec in gewohnt dunkler Farbe im Glas. Am Gaumen präsentiert er sich mit unfassbar hohem Tannin. Zwar ist es oft so, dass der Gast einen „üppigen, pelzigen“ Rotwein erwartet, jedoch empfinde ich diesen Wein als zu jung und zu überladen von Tanninen – der Trinkspaß fehlt mir in diesem Fenster.  Ich packte ebenfalls einen 2017er aus, der jedoch schon weiter ist und sich als runder, harmonischer, trinkiger Roter zeigt. Diesen Wein habe ich vergangene Woche während der Vinexpo verkostet und habe ihn von dort aus auf den Petersberg schicken lassen. In Bordeaux durfte ich außerdem den Inhaber und Betreiber des Weinguts auf der 20 Jahrfeier kennenlernen. Und bei dieser Person handelt es sich um keinen geringeren als Baron Philippe de Rothschild, seines Zeichens auch Inhaber des mystischen Chateaus von Mouton Rothschild. Der Wein ist ein 2017er Escudo Rojo Cuvee aus dominierend Cabernet Sauvignon und der in Chile populären Rebsorte Carmenere. Hier zog ich einen – für mich und einer Reihe anderer – jetzt schon wunderbar trinkfertigen Roten aus dem Ärmel, der – ebenfalls für mich – auch besser zum Rind passte. Rund, saftig und weich am Gaumen, harmonisch, an die Weine des Bordeaux angelehnt. Aber Mehrheit siegt: 2:1 für den Somm. Mehr zu Escudo Rojo gibt’s bald hier auf dem Blog!

Muss es süß sein?! – 4. Gang

Alle Guten Dinge enden mit einem Dessert, nicht wahr?! Dafür hatte Anthony und sein Team ein absolutes Lieblingsdessert der Truppe vorbereitet. Cheesecake mit Süßkartoffelsorbet. Was sich erstmal sehr mutig anhört, ist dann aber sehr gut. Nur etwas, angenehm subtile Süße und dann purer Geschmack. Was macht man dazu? Für den Somm war der Rum die passende Begleitung. Ich blieb klassisch beim Wein und wanderte ins heiß begehrte Napa Valley im Herzen Kalifornies. Dort sind bekannterweise einige hochkarätige Weingüter beheimatet, vor allem natürlich für Rotweine. Ich entschied mich für einen Weißwein-Cuvee aus dem Hause Caymus, den Conundrum aus 2015. Hier steht ein konzentrierter Weißer aus den Rebsorten Sauvignon Blanc, Chardonnay, Muscat, Semillon und Viognier im Glas, der zwar trocken ist, aber aufgrund seiner Cuveetierung fast lieblich daherkommt. Besonders der Muscat gibt dem Wein eine herrlich frische, fruchtige Note und begleitet den Cheesecake angemessen. Übrigens, ein beeindruckend langes Finish hat er inne, der Conundrum. Defintiv mal reinschmecken! Sieg für den Wein. Somit Endstand 2:2.

Auch wenn das nicht das erhoffte und – natürlich – basierend auf meiner Weinauswahl gerechte Ergebnis ist ( 😉 ), hat der Abend gezeigt, dass die Neue Welt die Reben der Alten Welt perfekt beherrscht und ihre Winzer tolle Sachen auf die Flasche bringen. Also?! Das ist zwar keine Rocket-Science, aber es gilt: Probiert auch die Weine aus Übersee!

Hier übrigens das Menü des Abends:

Tomaten-Mascapone-Gateau / Rotmeergarnele / Avocado

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Steinbutt / Blumenkohl / Lauch

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Rinderfilet / Kaffee / Baumkuchen / Sellerie

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Käsekuchen / Süßkartoffelsorbet

Natürlich geht es weiter auf dem Petersberg und langsam aber sicher hält der Sommer, die warme Jahreszeit Einzug. Dafür ist das Steigenberger Grandhotel Petersberg mehr als gewappnet, so ist die Terrasse mit Blick auf den Rhein und Königswinter ein absolutes Highlight der Location.
Und genau deswegen heißt es am 07.06. „BBQ & Wein“ auf dem Petersberg.

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Björn Bittner ist der Gründer von Bjr Le Bouquet. Seine Artikel beschäftigen sich mit den Themen Wein, Essen und Reisen. Ob Verkostungsnotiz, Restaurant-Bericht oder Einblicke in die letzte Weinreise - hier findet ihr alles was Björn bewegt.

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